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Bank hat das Geschäftskonto gekündigt: so geht es weiter
Das Wichtigste zuerst
- Wichtigste Größe
- Schließungstermin
- Erster Schritt
- Ersatzkonto parallel beantragen
- Reihenfolge der Umstellung
- erst Eingänge, dann Lastschriften
- Vor der Schließung sichern
- Kontoauszüge und Restsaldo
- Rechtliche Prüfung der Kündigung
- [REDAKTION: prüfen lassen]
Warum der Termin wichtiger ist als der Grund
Die erste Reaktion auf eine Kündigung ist meist die Frage nach dem Warum. Verständlich, aber für Ihr Unternehmen zweitrangig. Banken begründen Kündigungen häufig nicht im Detail, und selbst eine Begründung ändert nichts daran, dass das Konto zu einem bestimmten Datum geschlossen wird. Die Frist läuft weiter, und alles, was danach noch auf dieses Konto eingeht, läuft ins Leere.
Der wirksamste erste Schritt ist deshalb organisatorisch: Termin festhalten, Zahlungsströme auflisten, Ersatzkonto beantragen. Die rechtliche Prüfung der Kündigung können Sie parallel betreiben, sie sollte den Umzug aber nicht aufhalten.
Der Umzug in der richtigen Reihenfolge
- Frist und Termin festhalten: Notieren Sie, zu welchem Datum das Konto geschlossen wird. Dieser Termin bestimmt den gesamten weiteren Zeitplan.
- Zahlungsströme auflisten: Erfassen Sie alle wiederkehrenden Eingänge und Ausgänge: Kunden, Lieferanten, Löhne, Steuern, Miete, Versicherungen, Abonnements.
- Neues Konto beantragen: Beantragen Sie das Ersatzkonto sofort und parallel bei mehreren Anbietern, nicht erst kurz vor Fristende.
- Eingänge zuerst umstellen: Informieren Sie Kunden und Auftraggeber zuerst, damit Zahlungen nicht auf ein geschlossenes Konto laufen.
- Lastschriften und Daueraufträge übertragen: Erteilen Sie neue Mandate und richten Sie Daueraufträge neu ein. Ein Kontowechselservice kann dabei unterstützen.
- Restsaldo und Unterlagen sichern: Übertragen Sie das Guthaben und laden Sie alle Kontoauszüge herunter, solange der Zugang besteht. Nach der Schließung wird das aufwendig.
Die Reihenfolge von Schritt vier und fünf ist bewusst so gewählt. Ausbleibende Kundenzahlungen treffen Ihre Liquidität sofort, während eine fehlgeschlagene Lastschrift zunächst nur Gebühren und eine Mahnung verursacht. Wenn die Zeit knapp ist, priorisieren Sie die Eingänge.
Was Sie vor der Schließung sichern sollten
- Kontoauszüge des gesamten Zeitraums: Nach der Schließung ist der Zugang häufig eingeschränkt, und eine nachträgliche Anforderung kostet Zeit und teils Gebühren.
- Umsatzlisten für die Buchhaltung: Ihre Steuerberatung wird sie ohnehin brauchen.
- Übersicht aller erteilten Lastschriftmandate: Sie ist die Grundlage für die Umstellung.
- Restsaldo: Überweisen Sie das Guthaben rechtzeitig auf das neue Konto.
Ein neues Konto nach einer Kündigung bekommen
Eine Kündigung ist kein Eintrag, der Sie automatisch bei allen Anbietern sperrt. Sie ist eine Entscheidung eines einzelnen Instituts. Trotzdem gilt: Je sauberer Ihre Angaben beim neuen Anbieter sind, desto reibungsloser läuft die Prüfung. Bleiben Sie bei der Wahrheit, beschreiben Sie Ihre Tätigkeit konkret und legen Sie vollständige Unterlagen vor.
Beantragen Sie das neue Konto parallel bei mehreren Anbietern. Nacheinander anzufragen addiert die Bearbeitungszeiten, und die haben Sie nach einer Kündigung nicht. Welche Faktoren die Dauer bestimmen, steht unter Dauer der Kontoeröffnung. Wenn ein Antrag abgelehnt wird, hilft Geschäftskonto abgelehnt.
Die ersten 48 Stunden
Was Sie unmittelbar nach dem Schreiben tun, entscheidet über den weiteren Verlauf mehr als alles Spätere. Drei Dinge gehören sofort erledigt.
- Termin notieren und rückwärts planen: Tragen Sie den Schließungstermin ein und setzen Sie sich zwei Zwischenziele davor, eines für das neue Konto und eines für die Umstellung der Zahlungen.
- Ersatzkonto parallel beantragen: Nicht nacheinander. Eine Ablehnung darf Sie nicht die halbe Frist kosten.
- Auszüge und Mandatsübersicht sichern: Solange der Zugang besteht, ist das eine Sache von Minuten. Danach wird es ein Vorgang mit Bearbeitungszeit.
Alles Weitere, also die Frage nach dem Grund und die rechtliche Bewertung, kann parallel laufen. Es sollte den Umzug aber nicht aufhalten.
Zahlungspartner informieren, bevor etwas schiefgeht
Eine kurze, sachliche Mitteilung an Ihre Kundschaft und Ihre Lieferanten verhindert die meisten Folgeprobleme. Sie muss keine Erklärung enthalten: „Ab dem [Datum] gilt für uns folgende Bankverbindung“ genügt vollständig. Je nach Kundenstruktur lohnt es sich, Rechnungsvorlagen und wiederkehrende Rechnungen sofort umzustellen.
Denken Sie dabei auch an die weniger sichtbaren Zahlungen: Finanzamt und Sozialversicherung, Versicherungen, Leasing, Software-Abonnements, Zahlungsdienstleister, über die Sie Erlöse vereinnahmen. Gerade Letztere fallen erst auf, wenn eine Auszahlung scheitert. Eine Übersicht der wiederkehrenden Buchungen aus Ihren Kontoauszügen ist dafür die beste Grundlage — und ein weiterer Grund, sie rechtzeitig zu sichern.
Häufige Fehler
- Auf die Klärung des Grundes warten: Der Schließungstermin läuft trotzdem weiter.
- Nur ein Ersatzkonto beantragen: Eine Ablehnung kostet Sie dann die gesamte verbleibende Frist.
- Lastschriften zuerst umstellen: Ausbleibende Kundenzahlungen wiegen schwerer als eine Rücklastschrift.
- Auszüge zu spät herunterladen: Nach der Schließung wird der Zugriff aufwendig.
- Kunden nicht aktiv informieren: Eine kurze Mitteilung mit neuer Bankverbindung verhindert Fehlüberweisungen.
Wenn Bonitätsmerkmale eine Rolle spielen, lesen Sie Geschäftskonto trotz negativer Schufa. Liegt der Grund eher in Ihrer Branche, hilft Geschäftskonto in Hochrisikobranchen. Was ein neues Konto laufend kostet, steht unter was ein Geschäftskonto kostet.
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Häufige Fragen
Darf eine Bank ein Geschäftskonto einfach kündigen?
Geschäftsbeziehungen können von beiden Seiten beendet werden; die Einzelheiten richten sich nach dem Vertrag und den Geschäftsbedingungen. Ob eine konkrete Kündigung wirksam ist, sollten Sie im Zweifel rechtlich prüfen lassen. [REDAKTION: rechtliche Einordnung vor Launch prüfen lassen]
Muss die Bank die Kündigung begründen?
Häufig wird keine oder nur eine sehr allgemeine Begründung genannt. Für Ihr weiteres Vorgehen ist die Begründung ohnehin weniger wichtig als der Termin, zu dem das Konto geschlossen wird.
Was passiert mit laufenden Lastschriften?
Sie laufen ins Leere, sobald das Konto geschlossen ist. Rücklastschriften verursachen Gebühren und Mahnungen bei Ihren Vertragspartnern. Deshalb gehört die Umstellung der Lastschriften zu den ersten Aufgaben.
Bekomme ich schnell ein neues Konto?
Das hängt an Rechtsform, Unterlagen und der Zahl der zu legitimierenden Personen. Beantragen Sie parallel bei mehreren Anbietern, statt eine Zusage abzuwarten. Was den Zeitplan bestimmt, steht auf unserer Seite zur Dauer der Kontoeröffnung.
Erfährt der neue Anbieter von der Kündigung?
Sie sollten bei Ihren Angaben in jedem Fall bei der Wahrheit bleiben. Widersprüche zwischen Antrag und Unterlagen führen zuverlässig zu Rückfragen und im schlechteren Fall zu einer erneuten Ablehnung.
Aidan Faes
Research Lead
Verantwortet Recherche und Faktenprüfung der Ratgeberinhalte. Jede Zahl und jede Rechtsaussage auf dieser Seite wird vor Veröffentlichung gegen die Primärquelle geprüft, also gegen Gesetzestext, Merkblatt oder Behördenangabe. Wo sich eine Angabe nicht belegen lässt, steht sie hier nicht.
Stand:
Quellen: [REDAKTION: rechtliche Grundlagen zur Beendigung von Zahlungsdiensterahmenverträgen ergänzen]